"Golden Star Award of Active European Citizenship 2009 der Europäischen Union, Kategorie „Aktive europäische Erinnerung“


"Golden Star Award of Active European Citizenship 2009 der Europäischen Union, Kategorie „Aktive europäische Erinnerung“


Gedenkstätte GJWH Torgau
Tel. 03421 714203
Fax. 03421 776641
info@jugendwerkhof-torgau.de
Das Mobile Bildungsprojekt - Historisches Lernen als Dimension politischer Bildung
Unabhängig vom Ort der Durchführung bietet die Gedenkstätte drei verschiedene Projekttage an, mit denen sowohl kognitive, emotionale als auch kreative Zugänge zur Thematik eröffnet werden. Forschend und entdeckend erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe oder gymnasialen Oberstufe anhand verschiedener Quellen, Texte und Übersichten historisches Wissen. Die Quellen führen zum einen zu einzelnen Jugendlichen, die im GJWH Torgau inhaftiert gewesen sind und zum anderen werden in ihnen gesellschaftliche und politische Strukturen der DDR sichtbar. Weiterhin sind die Schülerinnen und Schüler gefordert, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, wenn sie zum Beispiel Interviewauszüge von Betroffenen rezipieren oder aber Herrschaftsquellen wie Einschätzungen der Jugendlichen durch die Erzieher analysieren. Von großer Bedeutung ist der Gegenwartsbezug - vor dem Hintergrund ihres neu erworbenen Wissens über Zwangserziehung und deren Folgen in der DDR positionieren sich die Jugendlichen zum Umgang mit problematischen Jugendlichen heute.
Ein Projekttag gliedert sich in folgende Abschnitte:
Mithilfe einer kleinen transportablen Ausstellung, Fotos zum GJWH Torgau und exemplarischen Arrestzelleninschriften von Jugendlichen wie z.B. "Ich bin als Mensch geboren [...] und will als Mensch hier raus!"1 wird das Interesse der Jugendlichen für das Thema geweckt und es werden erste Informationen über den GJWH Torgau vermittelt. In der sich anschließenden Kleingruppenarbeit, welche die kooperative Kompetenz der Jugendlichen fördert, beantworten die Schülerinnen und Schüler anhand von Quellen und Übersichtstexten vorgegebene Fragen. Jede Gruppe gestaltet zu ihrem Unterthema ein Präsentationsplakat. An die Vorstellung der Arbeitsergebnisse durch die einzelnen Gruppen schließt sich eine abschließende Gesprächsrunde an. Ein allgemeines Fragen nach Ursachen, die zu problematischen Verhalten von Jugendlichen auch heute führen können, verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Die SchülerInnen sind nun gefordert, eigene Lösungsansätze im Umgang mit schwierigen Jugendlichen zu entwickeln. Dabei werden von den Schülern ansatzweise Themen wie das Jugendstrafrecht der Bundesrepublik oder Erziehungsmethoden in amerikanischen Bootcamps und im deutschen Trainingscamp meist sehr kontrovers diskutiert.
1 Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (Hg.): Einweisung nach Torgau. Texte und Dokumente zur autoritären Jugendfürsorge in der DDR. Berlin 1997. S. 145M
Folgende thematische Projekttage, für die jeweils drei Zeitstunden zur Verfügung stehen müssen, werden angeboten: