Fonds "Heimerziehung in der DDR"

Angesichts des erlittenen Unrechts in Einrichtungen der Jugendhilfe oder in Dauerheimen für Säuglinge und Kleinkinder beschlossen der Deutsche Bundestag und die JugendministerInnen der Länder Hilfsangebote für Betroffene der DDR-Heimerziehung, die heute noch an Folgeschäden leiden.

Der am 26. März 2012 vorgelegte Bericht "Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR" bildete eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung konkreter Hilfsangebote.

Bundesregierung und ostdeutsche Länder kommen in dem Bericht zu der Einschätzung, dass Zwang und Gewalt für viele Säuglinge, Kinder und Jugendliche in DDR-Heimen eine alltägliche Erfahrung waren, insbesondere in den Spezialheimen der Jugendhilfe wurden Menschenrechte verletzt. Den Betroffenen wurden schulische und berufliche Bildungsmöglichkeiten verweigert und sie wurden zur Arbeit gezwungen. Die Erlebnisse in den Heimen führten zu massiven Beeinträchtigungen der Lebenschancen und Entwicklungspotentiale der Betroffenen, die bis heute teilweise traumatisch nachwirken. 

Seit 1. Juli 2012 ist ein Fonds mit einem Volumen von insgesamt 40 Millionen Euro gemeinsam von Bund und ostdeutschen Ländern errichtet worden. In allen ostdeutschen Bundesländern gibt es regionale Anlauf- und Beratungsstellen.

Analog zum Fonds "Heimerziehung West" gibt es auch für die ehemaligen DDR-Heimkinder Hilfen und Unterstützungsleistungen bei heute noch bestehenden Folgeschäden und/oder bei Minderung von Rentenansprüchen. Der Fond "Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990" ist als ergänzendes Hilfesystem angelegt. Er soll dazu beitragen, noch andauernde Folgeschäden aus der Heimunterbringung zu mildern. Das Hilfesystem des Fonds soll bestehende sozialrechtliche Versorgungssysteme ergänzen, sie jedoch nicht ersetzen.

Die Hilfen und Unterstützungsleistungen sollen zeigen, dass das erlittene Unrecht durch die Errichter des Fonds gesehen und anerkannt wird, auch wenn die Ansprüche der Betroffenen gegen die am Unrecht in der Heimerziehung beteiligten Institutionen und Personen nur schwer oder gar nicht durchgesetzt werden können. Ein Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Fonds besteht nicht.

Weitere Informationen:

Kostenfreies Info-Telefon: 0800/ 100 49 00

http://www.fonds-heimerziehung.de/fonds/fonds-heimerziehung-in-der-ddr.html