Mitglieder des unabhängigen Untersuchungsausschusses des Kreistages und der Stadtverordnetenversammlung bei einer Besichtigung des Geschlossenen Jugendwerkhofs 1990.

Der 13-köpfige Untersuchungsausschuss sichtete die verbliebenen Aktenbestände und befragte ehemalige Insassen und Erzieher. Im Abschlussbericht heißt es: "Im GJWH Torgau spiegelte sich die gesellschaftliche Situation der DDR konzentriert wider. Aus dem Selbstverständnis sozialistischer Pädagogik heraus waren Umerziehung, pädagogisches Regime und politisch-ideologische Indoktrination geeignete Mittel der Erziehung. Dieser Ansatz bedeutete im GJWH Torgau Disziplinierung, Unterdrückung, Verweigerung angemessener psychologischer Betreuung, letztlich einen schweren Verstoß gegen die Menschenrechte." Nach der Wende erstatteten ehemalige Insassen des Geschlossenen Jugendwerkhofs Strafanzeige gegen frühere Erzieher. Doch strafbare Handlungen ließen sich in den seltensten Fällen nachweisen. Verurteilungen beschränkten sich auf Einzelfälle, wenn Zeugen Fälle von Körperverletzung und Nötigung bestätigen konnten. In diesen Fällen verhängte das Gericht Geldstrafen.

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