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Gedenkstätte GJWH Torgau

Tel.  03421 714203
Fax. 03421 776641

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                    Stadt Torgau

Schüler entwickeln multimediale Geschichten: Storytellingprojekt in der Gedenkstätte

18. bis 22. Juni || "Grenzgeschichten – crossing borders"
Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrum Grimma entwickeln multimediale Geschichten zu den Schicksalen Betroffener repressiver DDR-Heimerzeihung für das Storytellingportal www.grenzgeschichten.net. Die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau nimmt damit an dem bundesweiten Medienprojekt „Grenzgeschichten – crossing borders“ der Stiftung Zuhören teil.

20 Projektgruppen in vier Bundesländern und in Tschechien haben sich bereits mit Geschichten, die aus Ländergrenzen heraus entstehen, befasst und dabei historisch wie politisch relevante Themen für grenzgeschichten.net aufgearbeitet. In Torgau setzen sich nun 12 Jugendliche mit der Geschichte repressiver DDR-Heimerziehung auseinander. Dabei treffen sie auf drei Zeitzeugen, die davon auf unterschiedliche Weise betroffen waren.

Bekannt als die „Frau vom Checkpoint Charlie“ berichtet Jutta Fleck (ehemals Gallus) von ihrem gescheiterten Fluchtversuch in den Westen. Sie wurde inhaftiert und ihre beiden Töchter Claudia (11) und Beate (9) zunächst in einem DDR-Kinderheim untergebracht. Ihre Tochter Beate Gallus, als weitere Zeitzeugin, spricht darüber aus ihrer Sicht und schildert ihre Heimerfahrungen. Als dritter Zeitzeuge kommt Alexander Müller mit den Jugendlichen ins Gespräch. Er musste verschiedene DDR-Heimeinrichtungen u.a. den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau durchlaufen.

Das gesetzlich verankerte Erziehungsziel in der DDR war die Herausbildung „sozialistischer Persönlichkeiten“. Unangepasste und verhaltensauffällige Jugendliche galten schnell als schwererziehbar und konnten in sogenannte Spezialheime zur Umerziehung eingewiesen werden. Endstation in diesem System war der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau. Innerhalb weniger Monate sollte hier die Persönlichkeit junger Menschen bewusst gebrochen werden, um die „individualistische Gerichtetheit“ von Jugendlichen in einer Art „Schocktherapie“ zu beseitigen und ihre Bereitschaft für die Umerziehung zur „sozialistischen Persönlichkeiten“ herzustellen. Bis November 1989 durchliefen insgesamt 4.046 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren diese einzige geschlossene DDR-Heimeinrichtung.

Die Schülergruppe des Beruflichen Schulzentrums Grimma erarbeitet durch Gespräche mit den Zeit-zeugen, durch das Studium der Ausstellung der Gedenkstätte und im Umgang mit Archivmaterial eigene multimediale Geschichten über die Formen der sozialistischen Erziehung und ihre Folgen für den Einzelnen. Die Jugendlichen werden bei der Projektarbeit von Manuela Rummel, Bildungsreferentin der Gedenkstätte sowie zwei Mediencoachs der Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle Torgau (SAEK) angeleitet und unterstützt.

PressevertreterInnen sind herzlich eingeladen dabei zu sein, wenn die Jugendlichen die Gedenkstätte besuchen, Zeitzeugen treffen, Archivmaterial bearbeiten, über das Thema diskutieren und ihre Geschichten produzieren. Der Workshop findet von 18.06. bis 22.6.2018 von 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr in der Gedenkstätte statt. Am 22.06.2018 gibt es dort am frühen Nachmittag eine Präsentation der Ergebnisse.

Informationen zum Workshopablauf und Anmeldung bitte bei Manuela Rummel unter
03421/ 714203, m.rummel@jugendwerkhof-torgau.de

Mehr über "Grenzgeschichten – crossing borders“:
grenzgeschichten.net
facebook.com/uebergrenzen


Die Projektpartner

Die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau ist bundesweit der einzige Erinnerungsort, der sich mit der Geschichte repressiver DDR-Heimerziehung auseinandersetzt. Sie erinnert am historischen Ort an das gesamte unmenschliche Strafsystem der Jugendwerkhöfe und Spezialkinderheime, das im Laufe der DDR-Geschichte etwa 135.000 Kinder und Jugendliche durchlaufen mussten.

Die Stiftung Zuhören ist eine 2002 gegründete, gemeinnützige, bundesweite Bildungsstiftung der ARD, der Landesmedienanstalten und der Firma Sennheiser. Ihr Ziel ist es, das Zuhören in allen Bereichen unserer Gesellschaft sowie die Medienbildung in allen Bevölkerungsgruppen zu fördern. Sie setzt den Bildungsauftrag ihrer Stifterhäuser um. Das Storytellingprojekt „Grenzgeschichten – crossing borders“ hat sie gemeinsam mit der Bayerischen Sparkassenstiftung entwickelt.

 

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