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Auszeichnungen

"Golden Star Award of Active European Citizenship 2009 der Europäischen Union, Kategorie „Aktive europäische Erinnerung“

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Fragen und Anmeldungen für Führungen an:

Gedenkstätte GJWH Torgau

Tel.  03421 714203
Fax. 03421 776641
info@jugendwerkhof-torgau.de

Betroffene und Zeitzeugen gesucht!

Die Gedenkstätte ist momentan mit einer kritischen wissenschaftlichen Auswertung ihres Sammlungsbestandes von 282 „Sonderakten“ befasst. Diese wurden im Rahmen der Rehabilitierungsverfahren im Gedenkstätten-Archiv in den 476 Personendossiers zusammen getragen.
Die „Sonderakten“ schreiben eine „Geschichte von oben“. Die komplexe Wirklichkeit wird in den Akten reduziert, um rechtlich fixierte und normierte Entscheidungs-begründungen zu ermöglichen. Typisierungen und Kategorien spielen sich ein, die der Persönlichkeit, Individualität und Lebenswirklichkeit der Betroffenen nicht gerecht werden. So geben die „Sonderakten“ zwar in geraffter Form die Heimgeschichte der Betroffenen wieder, dokumentieren jedoch lediglich Ausschnitte ihrer komplexen Lebenswirklichkeit. Alltag und Gefühlswelten spiegeln sich nur ansatzweise wider. Über die Vorgeschichte der Heimerziehung und den weiteren Lebensweg nach der Entlassung erfahren wir aus den „Sonderakten“ nur wenig.
Um die Perspektive zu erweitern und den „administrativen Blickwinkel“ zu durchbrechen, möchten wir parallel Zeitzeugen-Interviews durchführen. Dabei interessieren uns insbesondere folgende Aspekte: Alltag Heimerziehung in verschiedenen Einrichtungen, Gefühlswelten Heimerziehung, Folgen der Heimerziehung.
Wir suchen Betroffene und Zeitzeugen, die Auskunft über folgende Heime und angrenzende Felder der Heimerziehung geben können: Heime der DDR-Jugendhilfe (Normal- und Spezialheime), Heimeinrichtungen des Gesundheitswesens, stationäre und ambulante Psychiatrie. Die Interviews (Ton-Interviews) sollen sowohl mit Betroffenen als auch mit Eltern oder Bezugspersonen von Betroffenen geführt werden; ebenso mit ehemaligen Mitarbeitern der Jugendhilfe und angrenzender Felder (z.B. Gesundheitswesen), die Auskunft über die Arbeitswelt der DDR-Heime geben können. Alle Interviews werden auf Wunsch der Befragten anonymisiert und ausschließlich im Rahmen der wissenschaftlichen Auswertung verwendet. Die Forschungs- und Projektergebnisse werden in einer Publikation veröffentlicht.
Eine umfassende und differenzierte Darstellung der DDR-Heimerziehung wird nur mit Ihrer Hilfe möglich sein. Wir möchten Sie herzlich bitten, mit Ihrem persönlichen Schicksal und Ihren Erfahrungen aus der Heimzeit unserer Projekt zu begleiten. Besonders wichtig sind auch jegliche Art von Dokumenten aus der Heimzeit (z.B. Heimakte, Fotos, Briefe), die uns in Kopie zur Verfügung gestellt werden könnten, sowie weiterführende Hinweise.

Wir hoffen auf Ihre Unterstützung und freuen uns auf eine intensive Zusammenarbeit.

Bearbeiterin/Kontakt: Laura Hottenrott - Wiss. Mitarbeiterin -
Email: laura.hottenrott@gmx.de
Telefon: 030-95594475

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