Selbsthilfegruppe „Verbogene Seelen“

für Betroffene und Angehörige sexualisierter Gewalt und Missbrauch in DDR-Heimen

Mit der Missbrauchsdebatte im Jahr 2010 haben sich erstmals auch Betroffene aus DDR-Heimen geöffnet. Ihr Mut führte dazu, dass sexueller Missbrauch und Misshandlung in DDR-Heimen in das öffentliche und politische Blickfeld rückten.

Leider mangelt es bis heute an der Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Missbrauch, der im November 2011 seine Arbeit beendete. Insbesondere die geplanten Hilfeleistungen für Missbrauchsopfer aus dem institutionellen Bereich (Internate, Schulen, Heime) lassen bis heute auf sich warten.

Die Gründung der Selbsthilfegruppe (SHG) „Verbogene Seelen“ im Oktober 2011 war ein erstes Hilfsangebot der Gedenkstätte an die Betroffenen sexuellen Missbrauchs in DDR-Heimen. Seitdem treffen sich Betroffene aus Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen einmal im Monat in der Gedenkstätte. Die Gespräche werden von Beginn an durch einen Trauma-Therapeuten begleitet.

Die SHG bietet für Betroffene aus DDR-Heimen die Möglichkeit, sich über Erfahrungen, Gefühle und Probleme im Umgang mit eigenen traumatischen Erlebnissen in der Heimzeit auszutauschen.Der Austausch von Erfahrungen untereinander und Gespräche miteinander sollen helfen, Betroffene aus ihrer teilweisen Isolation und Einsamkeit rauszuholen und ihnen ein Stückchen Selbstsicherheit zurückzugeben. Gleichzeitig sollen Wege und Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie persönliche Erfahrungen verarbeitet werden können. Ebenso kann das Gemeinschaftsgefühl helfen, gemeinsame Anliegen und Bedarfe zu formulieren und entsprechend umzusetzen.

Mit Unterstützung von Fachberatern gibt es Hilfe zur Selbsthilfe. Die SHG kommt mit Behörden, Ärzten, Krankenkassen usw. ins Gespräch, um Verständnis und Unterstützung bei der Bewältigung traumatischen Erfahrungen zu erhalten.

Anliegen der SHG ist auch durch Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung über sexuellen Missbrauch in DDR-Heimen beizutragen und anderen Betroffenen Mut zu machen.

Die Selbsthilfegruppe „Verbogene Seelen“ steht Betroffenen aus allen DDR-Heimen offen. Bei Interesse einfach melden.