Über uns

1. März 2024 | Erzählcafé zu den Venerologischen Stationen in der DDR

Gespräche und Aufarbeitung: Erzählcafé zu den Venerologischen Stationen in der DDR

Wann: Freitag, 1. März 2023, 15:00 – 17:00 Uhr

 

Wo: in den Räumen der ev.-luth. Erlöserkirchgemeinde Leipzig-Thonberg

(Dauthestr. 1A, 04317 Leipzig) auf dem historischen Gelände der Riebeckstraße 63

Liebe Interessierte,

wir laden herzlich ein zum Erzählcafé, das gemeinsam von der Riebeckstraße 63 e.V. und der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau organisiert wird. Der zweite Termin des Erzählcafé ist für Betroffene sowie deren Angehörige und für Interessierte geöffnet.

 

Das Erzählcafé ist eine Veranstaltungsreihe, welche sich an Frauen richtet, die während der DDR-Zeit in geschlossene Venerologische Stationen eingewiesen wurden. Wir möchten diesen Erfahrungen mehr Raum geben und zum Austausch anregen. Außerdem soll damit diese wenig bekannte Geschichte einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

Das Erzählcafé ist eine offene Gesprächsrunde und kann von den Anwesenden mit Anregungen und Vorschlägen weiterentwickelt werden. Zum ersten Treffen im November 2023 wurde gemeinsam entschieden, das Erzählcafé auch für Interessierte zu öffnen.

 

Die Veranstaltung bildet zugleich den Auftakt zu einem neuen Ausstellungsprojekt, das sich erstmals den Formen staatlicher Disziplinierung am Beispiel der Umerziehung in Spezialheimen und der Disziplinierung in Venerologischen Stationen widmet.

Programm:

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 

Für Rückfragen stehen wir unter verein@riebeckstrasse63.de (Hannes Schneider, Riebeckstraße 63 e.V.) und j.weiss@jugendwerkhof-torgau.de (Juliane Weiß, Gedenkstätte GJWH Torgau) zur Verfügung.

 

Über uns:

 

Der Initiativkreis Riebeckstraße 63 gründete sich 2019 am historischen Ort der ehemaligen städtischen Arbeitsanstalt. Die Riebeckstraße 63 war ein Kristallisationsort sozialer Ausgrenzung über die politischen Systeme des 19. und 20. Jahrhunderts hinweg. Seit ihrer Gründung stand sie für eine repressive kommunale Fürsorgepolitik, die gesellschaftlichen Phänomenen wie Armut, Arbeitslosigkeit und psychischen Erkrankungen mit Ausgrenzung, Disziplinierung und Arbeitszwang begegnete. Der Initiativkreis setzt sich für die Gestaltung eines lebendigen Erinnerungsortes ein. Zentral ist die Forderung nach einem Gedenken und Lernen am authentischen Ort.

 

Die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau ist bundesweit die einzige Gedenkstätte, die eine Auseinandersetzung mit den repressiven Machtstrukturen innerhalb des Bildungs- und Erziehungsapparats der DDR am historischen Ort ermöglicht. Sie ist heute ein Ort des historisch-politischen Lernens, der auf die Notwendigkeit gesellschaftlicher Grundwerte wie Menschenwürde, Freiheit und die Bedeutung demokratischer Umgangsformen verweist.