05.09.26 | Nachlese: Treffen ehemaliger DDR-Heimkinder in Torgau

Rund 140 ehemalige DDR-Heimkinder, Angehörige und weitere Gäste kamen am 5. September 2026 zum 22. Treffen ehemaliger DDR-Heimkinder in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau zusammen. In diesem Jahr stand das Treffen zugleich im Zeichen des 30-jährigen Bestehens der Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e. V.

In ihrem Grußwort blickte die Vorstandsvorsitzende Gabriele Beyler auf den Weg vom lange wenig beachteten Leid ehemaliger DDR-Heimkinder hin zu öffentlicher Erinnerung und Aufarbeitung zurück. Sie erinnerte an bereits verstorbene Betroffene und dankte allen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten für die Anerkennung des erlittenen Unrechts eingesetzt haben.

Gabriele Beyler (Vorstandsvorsitzende Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V.)

Vorgestellt wurde auch eines der neuen Projekte der Gedenkstätte. Das von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderte Projekt „Heute ich, morgen Du?“ beschäftigt sich mit den langfristigen und generationenübergreifenden Folgen repressiver DDR-Heimerziehung. Die persönlichen Schilderungen einer am Projekt beteiligten Betroffenen machten deutlich, wie Erfahrungen aus der Heimerziehung auch innerhalb von Familien nachwirken können, und gaben Anlass zu intensiven Gesprächen.

Großes Interesse bestand außerdem an Informationen zum neu eingerichteten bundesweiten Härtefallfonds der Stiftung für ehemalige politisch Verfolgte. Viele Gäste nutzten den Tag für persönliche Gespräche, informierten sich über die Beratungsangebote der Gedenkstätte oder besuchten die Dauerausstellung. Zahlreiche Teilnehmende waren dabei erstmals in Torgau.

Das jährliche Treffen bietet ehemaligen DDR-Heimkindern und ihren Angehörigen einen Ort für Begegnung, Austausch und Erinnerung. Zugleich macht es sichtbar, dass die Folgen repressiver Heimerziehung für viele Betroffene bis heute gegenwärtig sind.