Verwaltet. Verwahrt. Vergessen? Digitale Erinnerungsorte

Ein Projekt der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten

In Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Laufzeit: 1. Januar bis 31. Dezember 2026

Projektbeschreibung

Mit dem Projekt „Verwaltet. Verwahrt. Vergessen? Digitale Erinnerungsorte“ entsteht eine digitale Erinnerungs- und Dokumentationsplattform für Sachsen. Sie macht Orte sichtbar, an denen Kinder und Jugendliche in der DDR zwischen 1949 und 1990 in Einrichtungen der Heimerziehung, Psychiatrie und Behindertenhilfe Leid und Unrecht erfahren haben.

Im Mittelpunkt steht eine öffentliche, interaktive Landkarte, auf der diese Einrichtungen als digitale Erinnerungsorte verzeichnet werden. Die einzelnen Orte werden mit historischen Informationen, Archivmaterialien, Bilddokumenten und – wenn vorhanden – mit Berichten und Stimmen von Betroffenen verknüpft.

Das Projekt knüpft an die Aufarbeitung der vergangenen Jahre an. Zeitlich befristete Hilfesysteme wie der Fonds „Heimerziehung in der DDR“ von 2012 bis 2018 und die Stiftung Anerkennung und Hilfe von 2017 bis 2023 haben wichtige Unterstützung geleistet, sind jedoch inzwischen abgeschlossen. Die Aufgabe bleibt, das erfahrene Unrecht dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und eine Erinnerungskultur zu schaffen, die auch für kommende Generationen zugänglich und verständlich ist.

Grundlage der Plattform ist eine vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt erarbeitete Datendokumentation. Mehr als 450 Heime und Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie in Sachsen für den Zeitraum 1949 bis 1990 wurden bislang erfasst und Anfang 2026 an den Trägerverein der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau übergeben.

Hier geht es zur Pressemitteilung „Erinnerungskultur in Sachsen: Datendokumentation zur DDR-Heimerziehung, Psychiatrie und Behindertenhilfe für Kinder und Jugendliche an Trägerverein der Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau übergeben“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Pressespiegel:

Deutsches Ärzteblatt – LINK

Volksstimme – LINK

Evangelische Zeitung – LINK

Die Plattform richtet sich an mehrere Zielgruppen zugleich. Für Betroffene und ihre Familien schafft sie einen Ort der Erinnerung, Anerkennung und Orientierung. Für Behörden und Gerichte bietet sie eine ergänzende Grundlage in Rehabilitierungs- und Entschädigungsverfahren. Für Schulen, Forschung und Öffentlichkeit eröffnet sie einen regionalen und barrierearmen Zugang zur Geschichte der DDR-Diktatur und ihrer institutionellen Gewalt.

So entsteht ein digitales Angebot, das dokumentiert, erinnert und Bildung ermöglicht. Die Veröffentlichung und dauerhafte Pflege der Daten ist entscheidend, damit aus einer einmaligen Recherche ein beständiger Teil der sächsischen Erinnerungskultur werden kann.

Die technische Umsetzung des Projekts erfolgt durch musealis GmbH.


Kontakt Projektleitung und -umsetzung:

Telefon: 03421 714203

Laura Hottenrot

l.hottenrot@blackbox-heimerziehung.de

Lea Naumann (Referentin für Gedenkstättenarchiv und Bibliothek)

l.naumann@jugendwerkhof-torgau.de

Manuela Rummel

m.rummel@jugendwerkhof-torgau.de