Nachruf für Stefan Lauter

Wir nehmen mit großer Betroffenheit Abschied von Stefan Lauter. Er war ein engagierter Zeitzeuge der DDR-Heimerziehung und ein wichtiger Wegbegleiter der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau.

Stefan gehörte zu den ersten Betroffenen, die den Mut fanden, ihre eigene Leidensgeschichte öffentlich zu machen. Er wollte aufklären, erinnern und Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Sein Einsatz galt der Anerkennung des Unrechts, das Kindern und Jugendlichen in den Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen der DDR widerfahren ist, und der dauerhaften Verankerung dieser Geschichte im öffentlichen Bewusstsein.

Stefan sprach offen über das, was ihm als Kind und Jugendlicher angetan wurde. In unzähligen Zeitzeugengesprächen hat er dazu beigetragen, dass das erlittene Unrecht gesehen, benannt und erinnert wird. Seine Offenheit und seine Entschlossenheit haben viele Menschen bewegt und geprägt. Begegnungen mit ihm wirkten lange nach.

Mit Stefan verlieren wir nicht nur einen Zeitzeugen, sondern einen Menschen, der mit seiner Haltung, seiner Offenheit und seinem Engagement wesentlich zur Aufarbeitung der repressiven DDR-Heimerziehung und zur Etablierung der Gedenkstätte beigetragen hat.

Seine Stimme wird fehlen, doch seine Geschichte bleibt. In Dankbarkeit und Anerkennung bewahren wir Stefan ein ehrendes Andenken.

Stefan neben seinem jugendlichen Portraitfoto in der ersten Dauerausstellung der Gedenkstätte GJWH Torgau im Jahr 2003. (Foto: Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau)
Stefan mit Juliane Thieme während eines Zeitzeugengesprächs. (Foto: Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau)